Werte - Was ist uns wichtig?

Geschrieben von Alexander Bachmann.

Planungsdreieck Werte

Ob Sie sich bisher darüber Gedanken gemacht haben oder nicht. Unsere Werte bestimmen was wir tun und warum wir es tun.  Was unser Handeln motiviert ist den meisten von uns im Inneren sehr bewusst. Trotzdem sollten Sie sich im Prozess der Strategiefindung unbedingt die Zeit nehmen, aufzuschreiben, welche Werte für Ihr Unternehmen gelten sollen. Warum und wie Sie das tun sollten, darum geht es in unserem heutigen Blogeintrag.

Artikelreihe: Unternehmenserfolg strategisch planen

Dieser Artikel ist Teil der Reihe: "Unternehmenserfolg strategisch planen". Wenn Sie den einleitenden Artikel noch nicht gelesen haben, kann ich Ihnen diesen als Einstieg nur wärmstens empfehlen.

Warum sollten Sie Ihre Werte aufschreiben?

Systematik und Vollständigkeit

Nachdem Sie sich die Mühe gemacht haben, Ihre Unternehmenswerte zu formulieren, haben Sie die Möglichkeit sie mit anderen Menschen zu teilen und zu diskutieren. Fragen Sie Freunde und Mitarbeiter, ob dies wirklich die Werte sind, mit denen sich Ihr Unternehmen identifizieren sollte. Wurden bestimmte Wertvorstellungen vergessen? Durch das Aufschreiben ist es ihnen möglich, durch die einzelnen Werte systematisch durchzugehen und sie auf Vollständigkeit hin zu überprüfen.

Abgleich mit den Werten Ihrer Kunden

Durch das Formulieren Ihrer Werte können Sie auch prüfen, ob diese den Vorstellungen Ihrer Kunden entsprechen. Was ist Ihren Kunden wichtig? Fördern Sie in Ihrer Firma Schnelligkeit und Effizienz, wenn Ihren Kunden der persönliche Kontakt und Vertrauen am wichtigsten sind? Achten Sie darauf, dass Sie durch falsche Wertvorstellungen, die bei anderen Branchen und Unternehmen durchaus erfolgsversprechend sein können, nicht Ihre Kunden vergraulen.

Personalführung

Nachdem Sie die Werte Ihres Unternehmens für sich gefunden haben, möchten Sie selbstverständlich, dass diese von der ganzen Firma gelebt werden. Dies ist nur möglich, wenn Sie die Werte klar und deutlich formulieren können. Schon bei der Einstellung neuer Mitarbeiter sollten Sie darauf achten, dass diese sich mit den Wertvorstellungen des Unternehmens identifizieren können. Vielleicht kennen Sie es ja aus der eigenen Erfahrungen. Mit Menschen, die Ihre Wertvorstellungen teilen, können Sie unkomplizierter und motivierter zusammenarbeiten. Aber nicht nur zwischen Ihren Mitarbeitern herrscht ein größeres Vertrauen. Auch Ihre Kunden werden den Eindruck haben, dass Ihr Unternehmen gut einzuschätzen ist sich selten widerspricht. Das vermittelt Verlässlichkeit.

Wie formulieren Sie Ihre Unternehmenswerte?

Welche Werte Ihr Unternehmen vertritt kann Ihnen niemand sagen. Es gibt hier kein richtig und kein falsch, denn jedes Unternehmen ist unterschiedlich. Um Ihnen dennoch dabei zu helfen, sich Ihrer Werte bewusst zu werden, schlage ich Ihnen vor, in folgenden vier Kategorien zu denken, welche die Autoren Kayser, Sebald und Stolzenburg im Jahr 2007 formuliert haben:

Leistungswerte

Überlegen Sie durch welche Werte und Verhaltensweisen Sie Ihre Geschäftsziele erreichen und somit langfristig Ihre Unternehmensstrategie unterstützen wollen. Welches Qualitätsbewusstsein sollen Ihre Mitarbeiter leben? Wie wollen Sie in Ihrem Unternehmen Kundenzufriedenheit herstellen? Wie werden neue Ideen und Innovationen bewertet und gewürdigt?

Kommunikationswerte

Wie offen oder geschlossen ist die Kommunikation innerhalb Ihres Unternehmens und mit Außenstehenden? Sollen in Ihrem Unternehmen alle Entscheidungen für die Mitarbeiter transparent nachvollziehbar sein oder findet transparente Kommunikation nur innerhalb der einzelnen Hierarchie-Ebenen statt? Wie geht das Unternehmen mit Fehlern um, die es gemacht hat. Wie schnell und wie ausführlich möchte das Unternehmen auf Kritik von außen reagieren?

Kooperationswerte

Hier versuchen Sie zu formulieren, wie die Mitarbeiter innerhalb und außerhalb Ihres Unternehmens mit anderen Menschen zusammenarbeiten sollen. Die Grenzen zu den Kommunikations- und Leistungswerten sind hierbei fließend, denn auch hier legen Sie fest, wie kommuniziert und kooperiert werden soll, um die langfristigen Ziele des Unternehmens zu erreichen. Wollen Sie, dass Ihre Mitarbeiter im Team zusammenarbeiten, um Probleme gemeinsam schneller zu lösen? Oder möchten Sie, dass in Ihrer Firma eine Art Wettbewerbsdruck herrscht, in denen unterschiedliche Teams gegeneinander „antreten“ und für Ihre Leistungen belohnt werden. Letztere Werte können die Effizienz in Ihrem Unternehmen erheblich steigern, führen aber häufig dazu, dass die Kooperation in Ihrem Unternehmen abnimmt.

Moralische Werte

Abschließend sollten Sie sich darüber Gedanken machen, welche moralischen Werte für Ihr Unternehmen gelten. Integrität und Fairness spielen hier eine wichtige Rolle. Wie verhalten Sie sich gegenüber Ihren Lieferanten, Kunden und der Konkurrenz? Welche Verantwortung trägt Ihr Unternehmen gegenüber der Gesellschaft und wie nimmt sie diese wahr? Und vor allem: Leben Sie die Werte, die Sie kommunizieren auch wirklich oder sind diese nur ein Aushängeschild, um Kunden zu gewinnen. Moralische Werte stehen in den meisten Fällen in keinem direkten Zusammenhang mit Ihren Geschäftszielen. In einer Welt, in der Kunden, Presse und Gesellschaft immer stärker auch auf die moralischen Werte eines Unternehmens achten, hat die Formulierung und die Einhaltung eines „moralischen Kodex“ natürlich auch wirtschaftliche Auswirkungen auf Ihr Unternehmen.  Oder würden Sie mit einem Lieferanten zusammenarbeiten, der dafür bekannt ist, seine Kunden bei den Verhandlungen über den Tisch zu ziehen?

Beispiele:

Folgende Beispiele sind mit Vorsicht zu genießen. Denn die Werte, die Sie auf den Unternehmenswebseiten finden, haben häufig mehr mit Marketing als mit Strategiefindung zu tun. Viele dieser Unternehmen leben intern vielleicht ganz andere Werte, als sie dies nach außen hin kommunizieren. Wichtig für die Strategiefindung ist, dass Sie die Werte identifizieren, die Sie im Unternehmen auch wirklich leben möchten.

Literatur

Kayser, Joachim, Harriet Sebald, and Jörg H. Stolzenburg. “Corporate Values und strategisches Kompetenzmanagement in der unternehmerischen Umsetzung.” In Strategisches Kompetenzmanagement, edited by Walter Jochmann and Sascha Gechter, 139-168. Berlin Heidelberg: Springer, 2007. http://www.springerlink.com/content/t8372068320570j4/.