Artikelreihe: Unternehmenserfolg strategisch planen

Geschrieben von Alexander Bachmann.

Strategische Planung von Unternehmenserfolg

Ich weiß, was Sie jetzt denken: „Nicht schon wieder so ein Artikel, der mir weismachen möchte, wie ich mein Unternehmen zu führen habe.“ Aber bevor Sie gleich wieder weiter klicken, verspreche ich Ihnen so viel: Keine Heilsversprechen, keine Theorie und garantiert keine "Allzweckwaffen" zum Geld verdienen. Dafür werden Sie viele interessante Erkenntnisse und Ideen mitnehmen, wie Sie die wenige verfügbare Zeit effizienter nutzen können, um Ihr Unternehmen zum Erfolg zu führen. Sie werden lernen, wie Sie klar formulieren können, was Erfolg für Ihr Unternehmen überhaupt bedeutet. Und wenn Sie wissen, wo Sie hin wollen, werden Sie Wege kennen lernen, um die Lücke zwischen der heutigen Situation und Ihrer Zukunftsvorstellung überbrücken können.

Dieser Artikel ist der erste in einer Reihe, welche Sie durch die wichtigsten Bereiche der Strategiebildung und ihrer Implementierung führen wird. Die Artikel werden kurz und knackig geschrieben sein und weiterführende Links enthalten, sollten Sie sich mit dem Thema tiefer befassen wollen. Der heutige Artikel wird Ihnen einen einführenden Überblick in die verschiedenen Aspekte der Thematik geben.  Sollten Sie Fragen haben, können Sie diese in den Kommentaren zu diesem Beitrag stellen. Ich werde versuchen, zeitnah hierauf zu antworten.

Das Strategie-Dreieck – Von der Mission zum Implementierungsfahrplan

Das Strategie-Dreieck ist eines der wichtigsten Werkzeuge bei der Strategie-Entwicklung von Unternehmen. Es bringt zusammen, was zusammen gehört. Wie oft haben Sie schon die Fragen  gehört „Wie lautet Ihre Vision?“ oder „Was ist Euer Plan?“. Die Idee, dass man eine „Vision“ oder einen „Plan“ von der Zukunft haben soll, ist nämlich nicht selbstverständlich. Schließlich könnte man auch einfach auf Kundenaufträge warten, diese abarbeiten und auf das Beste hoffen. Nimmt man  sich Wörter, wie „Mission“, „Werte“ oder „Strategie“ einzeln vor, sind sie oft abstrakt und ungreifbar. Stellen Sie sich mal vor, ich würde Sie jetzt bitten, mir Ihre Unternehmensstrategie vorzutragen. Betrachtet man die Begriffe jedoch zusammen, fallen die Puzzel-Teile oftmals ganz natürlich zusammen. Ich hoffe, Ihnen wird es beim Lesen der nächsten Abschnitte ähnlich ergehen.

Mission – Warum gibt es uns?

Die Mission Ihres Unternehmens beantwortet die Frage nach Ihrer Existenzberechtigung. Denn jedes Unternehmen, jeder Verein, jede Skatgruppe, ja jede menschliche Handlung hat ein Motiv, einen Wert, der erzeugt wird. Ihre Mission ist nichts anderes, als dieser Zweck, den Sie mit Ihren Aktivitäten verfolgen.

Um Ihnen ein Beispiel zu geben, habe ich Ihnen hier einmal die Mission des Adidas-Konzerns aufgeschrieben:

 „Der Adidas Konzern strebt danach, der weltweit führende Anbieter der Sportartikelindustrie zu sein – mit Marken, die auf Leidenschaft für den Sport sowie sportlichen Lifestyle basieren.“

In den nächsten Wochen werden wir die Rolle der Unternehmensmission in einem weiteren Artikel der Reihe näher erkunden.

Werte – Was ist uns wichtig?

Haben Sie sich schon mal überlegt, warum Investmentbanker anders reden, handeln und aussehen als Wissenschaftler? Hatten Sie in der Vergangenheit einmal den Eindruck, dass Politiker alle gleich sind? Nun, ihr Gefühl hat Sie da nicht ganz in Stich gelassen. Denn Unternehmen, Branchen und politische Parteien haben alle eine Reihe von Werten, mit denen sie sich identifizieren. Menschen mit gleichen Werten werden in ihren Kreis aufgenommen, während andere lieber außen vor gelassen werden.

Kennen Sie die Werte Ihres Unternehmens? Ist Ihnen die Zufriedenheit Ihrer Kunden das höchste Gut oder belohnen sie eher Mitarbeiter, die Ihren Kunden alles verkaufen können? Sollen Ihre Kollegen im Team zusammenarbeiten oder eher miteinander konkurrieren?

Die Werte Ihres Unternehmens haben viel mehr Einfluss auf Ihren Erfolg als Sie es sich vielleicht zunächst vorstellen können. Sie entscheiden darüber, welche Art von Menschen sich für Ihr Unternehmen bewerben wird. Sie beeinflussen das Bild, welches Ihre Kunden und Konkurrenten von Ihnen haben.  Nicht zuletzt haben die Werte Ihres Unternehmens einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie Sie Erfolg definieren und was Sie antreibt.

In den nächsten Wochen werden wir auf die Rolle von Werten näher eingehen.

Vision – Was wollen wir sein?

Nun, da Sie sich Gedanken darüber gemacht haben, warum es Ihre Firma aus Sicht der Kunden überhaupt geben sollte (Mission) und welche Werte Ihnen wichtig sind, können Sie überlegen, wie Erfolg Ihrer Meinung nach aussehen sollte. Es heißt „Vision“, weil es in dieser Phase völlig irrelevant ist, wie die Gegenwart in Ihrer Firma aussieht. Es geht lediglich darum, in Worte zu fassen, was Erfolg für Sie überhaupt ausmacht. Was sollen Ihre Kunden denken und fühlen, wenn sie Ihre Produkte in den Händen halten? Was sollen sie ihren Freunden berichten, wenn sie mit Ihrem Unternehmen das erste Mal Kontakt hatten? Zur Vision gehört aber nicht nur, was der Kunde von Ihnen denkt. Wie wollen Sie in Zukunft wachsen und Geld verdienen? Wollen Sie sich in andere Märkte ausbreiten? Welche Fähigkeiten wird Ihre Firma in Zukunft besitzen?

Haben Sie ein solches Bild von der Zukunft Ihres  Unternehmens vor Augen. Schreiben Sie es auf. In den nächsten Wochen werden wir Ihnen genau erklären, welche verschieden Themenbereiche in einer Vision berücksichtigt werden sollten. Ein paar Beispiele von Visionen großer Firmen werden Ihnen veranschaulichen, wie eine gute Vision formuliert werden kann.

Strategie – Wie wollen wir das erreichen?

Während sich die Vision mehr mit dem ganzheitlichen Bild der Zukunft beschäftigt, geht es bei der Strategie darum zu überlegen, was geschehen muss, um diese Vision in die Tat umzusetzen. Stellen Sie sich vor, Sie besitzen ein Restaurant und in Ihrer Vision werden alle Kunden von einer warmen, freundlichen Atmosphäre empfangen und verlassen das Restaurant nicht zu satt, sondern mit dem Wunsch noch einen Bissen mehr probieren zu dürfen.

Nun, dies ist vielleicht eine schöne Vision, aber ohne den nächsten Schritt, nämlich der Umsetzung in konkrete Taten wird es immer bei einer Idee bleiben. Während der Strategie-Phase legen Sie Ziele fest. Wie soll ihr Restaurant gestaltet sein? Welche Farben haben die Wände? Wie werden die Gäste von Ihrem Personal begrüßt? Wie soll die Speisekarte zusammengestellt sein?

Wie bei der Vision gilt es bei der Strategie nicht nur um den Kunden. Sie definieren auch finanzielle Ziele oder formulieren Strategien, wie sich Ihr Leistungsangebot weiterentwickeln können.

In den nächsten Wochen werden wir näher auf die Strategieformulierung eingehen.

Balanced Scorecard – Wie können wir messen, ob wir die Ziele erreichen?

Sie wissen nun, wie Sie Ihre Vision in die Tat umsetzen können – doch Ihnen fehlt ein wesentlicher Bestandteil, der sicher stellt, dass Ihre Bemühungen auch Erfolg haben: Kontrolle. Ohne die Fähigkeit genau zu messen, ob Sie Ihren Zielen näher gekommen sind oder nicht, bleiben Sie mit Sicherheit weit hinter Ihren Erwartungen zurück.

Die Balanced Scorecard wurde vom US-Amerikaner Robert S. Kaplan ins Leben gerufen und ist im grundlegendsten Sinne lediglich eine Tabelle in der Sie Ihre Ziele mit konkreten Kennzahlen in Verbindung bringen. Wann sollen die Wände Ihres Restaurants gestrichen sein? Welchen Wert wollen Sie am Ende des Jahres bei einer Kundenzufriedenheitsbefragung erreichen? Wie viel Geld sollen Ihre Kunden in sechs Monaten bei jedem Besuch durchschnittlich ausgeben?

Die Balanced Scorecard macht Ihren Erfolg messbar. Wie Sie gute Kennzahlen formulieren, die Sie später auch kontrollieren können, werden wir in den nächsten Wochen genauer beschreiben.

Implementierungsplan – Was müssen wir als Unternehmen tun?

Wenn Sie diese Phase der Strategieplanung erreichen, haben Sie sich bereits viel vorgenommen. Sie haben eine Vision von der Zukunft, Sie wissen, wie Sie diese erreichen wollen und Sie haben genaue Kennzahlen definiert, die Sie nun unter Druck setzen, etwas zu tun. Doch wie wollen Sie all das schaffen? Damit Sie am Ende eines Jahres nicht enttäuscht auf Ihre Balanced Scorecard schauen und seufzen, was Sie sich alles vorgenommen, aber nicht geschafft haben, ist es wichtig, dass Sie bereits zu Jahresanfang einen Implementierungsplan aufstellen. Hier definieren Sie Arbeitspakete, Meilensteine und Termine, zu denen Sie bestimmte Aufgaben fertig gestellt haben möchten. Welche Arbeitspakete können parallel laufen? Welche Aufgaben können erst begonnen werden, wenn andere Arbeiten abgeschlossen sind? Können einzelne Aufgaben von externen Dienstleistern schneller und besser erfüllt werden?

Worauf man bei der Erstellung von Implementierungsplänen achten sollte und welche Werkzeuge Ihnen hierfür zur Verfügung stehen, erläutern wir in den nächsten Wochen.

Persönlicher Plan – Was muss ich tun?

Der letzte Schritt ist die Übertragung des Implementierungsplans auf die persönlichen Arbeitspläne Ihrer Mitarbeiter. Wer ist für welche Aufgaben verantwortlich. Welche Teams müssen zusammenarbeiten? Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Mitarbeitern nicht nur die zu erledigenden Maßnahmenpakete vorsetzen, sondern Ihnen auch erklären, welche Strategie Sie damit verfolgen. Erläutern Sie, welche Bedeutung die Aufgaben für die Erreichung welcher Ziele haben.

Wenn Sie und Ihre Mitarbeiter eine Gefühl dafür bekommen haben, was in welcher Reihenfolge getan werden muss und Sie die Kennzahlen kennen, die Sie zu erfüllen haben, damit Ihre Strategie aufgeht, dann steht dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft Ihres Unternehmens nichts mehr im Wege.

Der Prozess von der Formulierung der Mission über die Bildung der Strategie bis hin zu den Implementierungsplänen kann mehrere Wochen dauern. Nehmen Sie sich für jeden Schritt ausreichend Zeit und besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihren Mitarbeitern und Abteilungsleitern. Schließlich wollen Sie, dass jeder in der Firma sich mit der Unternehmensstrategie identifizieren kann und die Ziele und Überlegungen hinter den verschiedenen Kennzahlen versteht.