Besser Netzwerken durch Small-Talk

Geschrieben von Alexander Bachmann.

smalltalkDas Wort "Netzwerken" ist heutzutage in aller Munde. Ihr Erfolg als Unternehmer ist in vielerlei Hinsicht davon abhängig, wie gut Sie mit anderen Menschen in Kontakt kommen können. Hierbei sind es nicht nur die Kunden mit denen Sie ins Gespräch kommen wollen. Auf Messen, Konferenzen und Tagungen begegnen Sie Menschen, deren Netzwerk und Wissen für Sie von unschätzbaren Wert sein können. Sie haben die Möglichkeit, talentierte Freelancer kennenzulernen, deren Fähigkeiten das Angebot Ihrer Firma attraktiv erweitern können. Andere Leute verfügen über Erfahrungen bei der Bewerbung um Kredite und Fördergelder. Wieder andere glänzen durch ihr ausgeprägtes Branchen-Wissen und können Ihnen Informationen über Kunden liefern, die für Sie vorher nicht zugänglich gewesen wären. Diese Kontakte können den Erfolg Ihrer Firma beflügeln. Gleichzeitig profitieren Ihre Gesprächspartner von der Zusammenarbeit mit Ihnen. Das ist das Schöne am Netzwerken. Man hilft sich gegenseitig. Doch bevor das geschehen kann, müssen Sie sich erst einmal kennenlernen. Und hierfür ist die Fähigkeit einen gepflegten Small-Talk zu führen unabdingbar.

In dem Buch "Small Talk: Nie wieder sprachlos" von Stephan Lermer wird Ihnen die Kunst des Small-Talks näher gebracht. Es enthält nicht nur Techniken, wie Sie Ängste und Hemmungen bei der Ansprache anderer Menschen überwinden können, sondern auch Taktiken, wie sie ein Gespräch erfolgreich führen und sich hierbei das Heft nicht aus der Hand nehmen lassen. Das Buch ist ein guter Einstieg für jeden, der sich ernsthaft für das Thema Small-Talk interessiert. Abgeleitet aus diesem Buch haben wir Ihnen ein paar Tipps zusammengestellt, die Ihnen beim formlosen Gespräch mit Ihren Kontakten weiterhelfen können.

Den Einstieg finden - Die Ansprache

Der erste Schritt in ein erfolgreiches Gespräch ist es, sich überhaupt einmal zu trauen. Egal ob auf Feierlichkeiten, Messen oder anderen Veranstaltungen, Sie können davon ausgehen, dass die Leute dorthin gekommen sind, um neue Menschen kennenzulernen. Es wird Sie vielleicht nicht überraschen, dass es den meisten anderen Menschen ganz genauso geht, wie Ihnen. Sie wollen mit anderen Menschen in Kontakt treten, wissen aber nicht wie. Scheuen Sie sich also nicht, den ersten Schritt zu machen und eine Person anzusprechen. Ein guter Einstieg ist immer die persönliche Vorstellung. Versuchen Sie schon bei der Vorstellung einen Bezug zum Anlass herzustellen (man nennt dies Situationsbrücke), sodass Sie Ihrem Gegenüber gleich einen Anknüpfungspunkt für ein Gespräch geben:

"Guten Tag, ich bin Regina Schröder aus der Marketingabteilung. Sind Sie auch gleich bei der Besprechung dabei?"

Mithilfe der Situationsbrücke machen Sie es selbst den ungesprächigsten Menschen ganz einfach eine ungezwungene Konversation zu beginnen. Doch was nun?

Das Gespräch am Laufen halten

Eine wichtige Eigenschaft des Small-Talks ist es, dass es sich um eine leichte, ungezwungene Unterhaltung handelt. Manche Menschen haben sich kaum vorgestellt, da bombardieren sie ihren Gegenüber schon mit Fachfragen, politischen Diskussionen oder ziehen bereits über die ersten Anwesenden her. Denken Sie daran: Sie kennen Ihren Gegenüber nicht und das gilt auch umgekehrt. Weder weiß er, wie er mit Ihren Sarkasmus umgehen soll, noch wissen Sie, ob er was für sexistische Witze übrig hat. Im Small-Talk versuchen Sie daher, das Gespräch unverfänglich am Laufen zu halten. Sie mögen das für oberflächlich halten, doch beim Small-Talk geht es eher darum, sich angenehm zu unterhalten, als darum, die ernsten Themen des Lebens näher zu beleuchten. Hier sind ein paar Themen, über die man sich wunderbar mit neuen Kontakten unterhalten kann:

  • Wetter, Bauernregeln, Siebenschläfer, etc. (nicht die anstehende Klimakatastrophe)
  • Beruf, Ausbildung oder Schulzeit solange sie etwas spannendes oder unterhaltendes darüber erzählen können (keine Betriebsinterna, Klagen über die Arbeitsbedingungen oder Fragen nach dem Gehalt)
  • Anekdoten aus der Ehe, Erfahrungsaustausch bei den Kindern
  • Orte, Urlaub, Reisen
  • Essen, Trinken, Wellness
  • Sport und andere Leidenschaften
  • Kultur, Wissen, Wissenschaften (locker, einfach und mit einem gewissen Witz aufbereitet)

Mit diesen Themen können Sie einen Abend locker füllen und viele neue Kontakte knüpfen. Sollten Sie im Gespräch viele Gemeinsamkeiten feststellen, können Sie die Unterhaltung selbstverständlich auf eine höhere Ebene heben, wenn Ihnen danach ist. Hierfür ist es jedoch zunächst einmal notwendig, dass Sie Ihrem Gesprächspartner das Wort erteilen, sodass er von sich erzählen kann.

Zuhören will gelernt sein

Ein Small Talk ist keine One-Man-Show. Weder ist es Ihre Aufgabe, den ganzen Tag die Masse zu unterhalten, noch sollten Sie sich damit begnügen, den ganzen Abend den weisen Worten Ihres Gegenübers zu lauschen. Small-Talk ist ein Hin und Her. Sie erzählen was, dann übernimmt der Gegenüber. Sie stellen Gemeinsamkeiten fest und Unterschiede. Schmeicheln Sie Ihrem Gesprächspartner, indem Sie aufmerksam zuhören, wenn er Ihnen etwas erzählt. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht richtig verstehen. Zeigen Sie, dass Sie an dem, was gesagt wird, wirklich interessiert sind. Nur durch aufmerksames Zuhören sind Sie in der Lage, zum richtigen Zeitpunkt auf das Gesagte zu reagieren. Nur so entsteht ein ausgeglichenes Gespräch, an dem beide Parteien gleißmäßig partizipieren können. 

Achten Sie auch darauf, dass Sie sich den Namen Ihres Gegenübers zum Anfang des Gesprächs merken. Wiederholen Sie den Namen schon bei der Begrüßung, bauen Sie sich eine Eselsbrücke oder verknüpfen Sie den Namen mit einer einprägsamen Vorstellung. Wenn Sie den Namen während des Gespräches vergessen, fragen Sie sofort nach. Niemand erwartet, dass Sie den Namen nach einer kurzen Vorstellung beherrschen. Dennoch ist es unangenehm, wenn sich nach einer einstündigen Unterhaltung herausstellt, dass Sie den Namen der Person gar nicht mehr kennen. 

Denken Sie immer daran, dass Small Talk keine Wissenschaft ist. Es gibt kein richtig und kein falsch. Es gibt keine Kennzahlen, mit wievielen Leuten Sie am Ende des Abends geredet haben müssen. Betrachten Sie Small-Talk mehr als Lebenseinstellung. Seien Sie offen für neue Perspektiven und neue Einflüsse von Außen. Ihre Firma kann von diesen neuen Kontakten nur profitieren.